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Bordeaux Subskription Jahrgang 2018

Großes aus Bordeaux? Jahrhundertjahrgang?

Wie in jedem Jahr haben wir uns für Euch nach Frankreich aufgemacht, um den Jahrgang 2018 unverblümt und vor Ort zu verkosten. Mit einer langen Liste an Terminen sind wir Montag, den 01.04. gestartet und fieberten den ersten Proben entgegen.

Klimatisch gesehen war das Jahr eine große handwerkliche und nervenraubende Angelegenheit. Geprägt von viel Feuchtigkeit zu Beginn des Jahres, entwickelte sich (wie in Deutschland auch) ein sehr heißer und nahezu niederschlagsfreier Sommer. Fünf Wochen Dauerhitze am Stück ließen nicht nur Landwirte, sondern auch unsere Winzer Bange werden. Der erlösende Niederschlag setzte dann aber genau zur rechten Zeit Mitte September bis Anfang Oktober ein und ermöglichte den Beeren eine sehr gute Reife. Die Ernten verliefen dann Alle recht zügig und nahezu reibungslos in fast allen Appellationen. Mit drohenden Ernteausfällen durch Krankheiten und dem notwendigen sorgfältigen Rebschnitt zeichneten sich hier die Winzer aus, die ihre Weinberge und Rebsorten ganz genau kennen und mit großem Einsatz ihre Flächen bearbeiteten. Hier wird gutes Handwerk belohnt!

Dienstag, 02.04. Probe 1:

Union des Grands Crus de Bordeaux – rechtes Ufer – POMEROL – 9.30 Uhr

Nach einer ersten Nacht in Libourne sollte unsere erste offizielle Probe uns auf das Chateau Beauregard in Pomerol führen. Hier zeigte sich schnell die Leistungsfähigkeit des Jahrgangs 2018. Tolle Qualitäten und große Diversität bei den großen anwesenden Weingütern. Durchweg frische rote Früchte mit verhaltenen Säurewerten, reifen Tanninen und einer prognostizierten Langlebigkeit. Sehr überzeugend für mich Chateau Gazin, Le Bon Pasteur und Chateau Clinet. Schwierig für mich Chateau La Croix de Gay mit starkem Holzeinsatz ergibt total anderes Aromenbild. Wird sich zeigen, ob dies später von Vorteil ist. In der „Preiseinstiegsrange“ überzeugt auch Rouget mit fruchtigem und schmackhaftem Nachhall. Wahrscheinlich „Best Value“ !

Fazit: Das scheint dieses Jahr Spaß zu machen ☺

Dienstag, 02.04. Probe 2:

Le Grand Cercle de Bordeaux – rechtes Ufer – Chateau Taillefer – 10:30 Uhr

Nach kurzer Weiterfahrt auf Chateau Taillefer wollten wir uns den „kleineren“ Chateaus widmen. Hier bekommt man schnell den wahren Eindruck des Jahrgangs für das linke und das rechte Ufer. Hier sollten doch tolle Weine für einen vernünftigen Preis zu finden sein!? In der Probe konnten wir feststellen, dass es doch deutliche Unterschiede gibt in den Qualitäten. Die Handschrift und Sorgfalt der Weingüter war im Umgang mit dem Klima gefragt und variiert auch mit vorhandenem Rebsortenspiegel. Mir scheint mit höherem Einsatz von Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc (auch auf dem merlotlastigen rechten Ufer) sind die Weine stabiler, frischer und stärker. Kann aber auch ein subjektiver Eindruck zu Beginn des Tages sein. Hier meine Favoriten aus den unterschiedlichen Appellationen:

Cadillac/Cotes de Bordeaux

  • Chateau Lafitte

Castillon/Cotes de Bordeaux

  • Chateau Cap de Faugeres

Pomerol

  • Chateau Bourgneuf
  • Chateau Taillefer (der Gastgeber)

Saint-Emilion Grand Cru

  • Chateau Laplagnotte-Bellevue
  • Chateau Pindefleurs
  • Chateau Rol Valentin

Saint-Emilion Grand Cru Classé

  • Chateau Destieux

Pauillac

  • Chateau Fonbadet

Margaux

  • Chateau Haut Berton (sehr gut!)

 

Dienstag, 02.04. Probe 3

Union des Grands Crus de Bordeaux – rechtes Ufer – Saint-Emilion – 11:45 Uhr

So! Jetzt aber mal ganz groß auf Chateau Larmande warten die bekannten Namen aus Saint-Emilion. In wunderschöner Atmosphäre, begrüßt von mannshohen Amphoren und einem sehr gut besuchten Haus probierten wir fleißig weiter. Fast alle Proben haben wir mit hohen Punkten versehen und konnten uns überzeugen. Persönlich empfinde ich die Weinstilistik der Saint-Emilion-Chateaux als fruchtiger, runder, offener wenn vielleicht auch nicht immer so elegant wie die Kollegen aus Pomerol. Sehr positiv überrascht haben mich Balestard la Tonnelle und auch der Gastgeber Larmande. Zu einem schmaleren Kurs sind hier tolle Weine zu erwarten. Ihren Anspruch gerecht werden fast selbstverständlich Beau-Sejour Becot und Clos Fourtet mit präsenten reifen Früchten, langlebiger Säurestruktur und extrem nachhaltigem Abgang. Ein hervorragendes kurzes Mittagessen und dann weiter zum linken Ufer….

Dienstag, 02.04. Probe 4

Cru Bourgeois du Médoc – Chateau Lamothe Bergeron – 14:30 Uhr

Nach der kurzen Mittagspause und der 60-minütigen Fahrt von Saint-Emilion auf das Chateau Lamothe Bergeron wartete auf uns jetzt die „größte“ Aufgabe. Alle kleinen Médocs (Cru Bourgeois) standen zur Verkostung (ca. 150 Weine offen). Hier galt es die wahren Werte des Jahrgangs zu finden und spannender hätten die Unterschiede nicht sein können. Hier unsere Favoriten aus den unterschiedlichen Appellationen:

Haut-Médoc

  • Chateau Bel Air Gloria
  • Chateau Cambon la Pelouse
  • Chateau Belle-Vue
  • Chateau Peyrabon

Listrac

  • Chateau Fonréaud

Margaux

  • Chateau Haut Breton
  • Chateau Mongravey
  • Chateau la Fortune
  • Chateau Paveil de Luze
  • Chateau Pontac-Lynch

Pauillac

  • Chateau Plantey

Saint-Estephe

  • Chateau Haye
  • Chateau Saint Pierre de Corbian

Médoc

  • Chateau Bournac
  • Chateau Lousteauneuf
  • Chateau Saint-Hilaire
  • Chateau Amour

Dieses sollten die Weine sein, die bei vernünftiger Preispolitik sehr gute Preis-Leistungsverhältnisse darstellen. Wir sind sehr gespannt!!!

 

Zum Abschluss unseres 2. Tages gönnten wir uns noch einen Direktbesuch bei Pontet-Canet. Als die letzten Besucher des Tages wurden wir wie immer warmherzig empfangen und von der „Chefin“ selbst versorgt. In Menge gelitten, da 2/3 der Ernte schon im frühen sehr nassen Jahresbeginn verloren gegangen sind, ist das was wir zum Probieren bekommen haben trotzdem das Highlight des Tages. Im Vergleich zu vielen anderen Proben dominiert bei Pontet-Canet Finesse, Frucht und kristallklare Struktur. Ein gelungener Abendschluck!! ☺

Mittwoch, 03.04. Probe 5

Union des Grands Crus – linkes Ufer – MARGAUX – 9:30 Uhr

Für den Mittwochmorgen haben wir uns als Start die Appellation Margaux auf Chateau Dauzac ausgesucht. Diese sollten uns schon zu früher Stunde Spaß bereiten. Wie zu erwarten, ist jetzt schon die Harmonie und Finesse einiger Weine zu erkennen. Überzeugt haben uns Brane-Cantenac und Cantenac Brown. Spannend erscheint mit Chateau Desmirail mit einem 50%-igen Merlotanteil und somit eine sehr eigene Margaux- Stilistik widerspiegelt. Fast schon langweilig gut ist Malescot Saint-Exupery und hervorzuheben sollte hier noch Chateau Dauzac sein, welches als gutes Preisvalue zu haben sein wird.

Mittwoch 03.04. Probe 6, 11:00 Uhr

Chateau Margaux

Unangekündigt wollten wir jetzt erfahren, was die Masterclass Chateau Margaux zu leisten vermag. Nach kurzer Wartezeit bekamen wir das ersehnte separate Tasting mitten im alten Fasskeller. Beginnend mit Pavillon Rouge, welcher für Margaux-Verhältnisse eine starke Tanninstruktur aufwies und fast untypisch wirkte, durften wir uns überzeugen, was der Erstwein zu bieten hat. Diese Eleganz und Finesse wird die Benchmark für die komplette Appellation Margaux werden. Von mir eindeutig die Topbewertung hier. Ebenfalls Pavillon Blanc (immerhin 15ha Sauvignon Blanc im Besitz) sprach mich sehr an und lässt hier einen langlebigen Weißwein erahnen. Extrem lohnenswert!!

Mittwoch, 03.04. Probe 7

Union des Grands Crus de Bordeaux – linkes Ufer – SAINT-JULIEN, 11:30 Uhr

Auf die nächste Probe habe ich mich sehr gefreut, weil jedes Jahr wartet die Appellation Saint-Julien mit tollen Ideen ihrer Verkostungen auf. In diesem Jahr wurde der Verkostungsbereich auf Chateau Branaire- Ducru in ein Flugzeugterminal mit Abfluggates verwandelt. Dies verzückte natürlich vor allen Dingen unsere asiatischen Gäste, die wahrscheinlich mehr Fotos verschickten, als Wein zu probieren. Kommend aus den Proben von Margaux waren beim Tasting erst einmal Finesse und Eleganz weg und strukturierte, zum Teil junge Tannine in das Gesamtbild der Beurteilung zu integrieren. Persönlich großer Spaß mit großen (wenn auch jungen) Weinen. Herausragend für mich Chateau Leoville-Poyferre, der mit dunklen Früchten, knackigen aber hervorragend eingebundenen Tanninen als auch einem direkten Säuregerüst Großes erahnen lässt. Überraschend gut fand ich ebenfalls Chateau Gloria und Leoville Barton, welche mit je 94 Punkten aber deutlich ansprechenderen Abgabepreisen gute Werte sein werden.

Mittwoch, 03.04. Probe 8

Union des Grands Crus de Bordeaux – linkes Ufer – PAUILLAC, 14:30 Uhr

Nach einem herausragendem Mittagessen (siehe Bilder oben) auf Branaire-Ducru mit einem schönen Erstwein von 2009 sind wir weiter nach Pauillac gefahren und haben uns durch den Matsch vom Parkplatz auf das Chateau Batailley gekämpft. Die Weine zur Verkostung fast schon erwartungsgemäß bedeutend stark. Interessanterweise steht hier immer die Appellation Saint-Estephe ebenfalls mit zur Verkostung, so dass hier Parallelen abzuleiten sind. Bei beiden Gemeinden kann von einer hohen Lagerfähigkeit ausgegangen werden, die sich aus den hohen Anteilen Cabernet Sauvignon ergibt. Besonders auffällig für Pauillac waren für uns unabhängig von einander Chateau Pichon Baron und Chateau Pichon Longueville Comtesse de Lalande. Auch der Hausherr, Chateau Batailley, dem wir schon ein paar Jahre folgen kann wieder überzeugen und wird ein gutes Preisvalue sein. Aus Saint-Estephe möchte ich noch Chateau Ormes de Pez hervorheben, welches im Vergleich feine und geschliffene Tannine produziert hat.

Mittwoch, 03.04. Probe 9

Direktbesuch Chateau Montrose, 15:30 Uhr

Der Tradition folgend hat es uns nach der Union des Grands Crus noch zu Montrose verschlagen. Meist das maßgebliche Chateau für Saint Estephe. Angekommen im sehr beeindruckenden Proberaum mit Blick in den Keller standen Tronquoy Lalande und Montrose zur Verkostung frei. Sowohl Tronquoy Lalande als auch La Dame de Montrose (Zweitwein Montrose) haben uns schon sehr viel Freude bereitet und ließen uns Großes erwarten. Mit Ehrfurcht und grenzenloser Überzeugung haben wir dann auch die bis dahin Bestpunktzahl für Montrose vergeben. Länge, Adstringenz, Säurespiel, in der Nase unterstützt durch Schwarzkirsche, Cassis, leichten Holz- und Lavendelnoten haben durchweg überzeugt. MUST-HAVE !!!

Mittwoch, 03.04. Probe 10

Direktbesuch Chateau Lafite Rothschild, 16:30 Uhr

Nach dieser überzeugenden Vorstellung von Montrose gab es nur noch wenige Ziele, die man jetzt aufsuchen könnte. Unangemeldet bei Lafite aufzuschlagen war dann aber auch für uns ein kleines Abenteuer. Nach kurzer Kontrolle und Security „ob wir es denn wert wären“ bekamen wir Einlass in die heiligen Hallen des Chateaus. Wiederkehrend war zu erwarten hier die maximale Leistungsfähigkeit des linken Ufers und des Jahrgangs 2018 kennen zu lernen. Einer 3er Probe mit Carruades de Lafite war im wunderschönen Proberaum mit Blick auf Cos d´Estournel und die Weinberge vorbereitet. Alle 3 Weine überzeugten, wobei hier erwartungsgemäß das Tageshighlight der Erstwein Lafite darstellte. Hier gab es für mich keine Alternative zur maximalen Bewertung von 100 Punkten. Sicher wieder einer der besten Weine des Jahrgangs 2018. Bitte bitte zu vernünftigen Konditionen, sonst bleibt zumindest der deutsche Markt klein.

 

Dieser finale Besuch hat uns die Kraft und das Potential des Jahrgangs deutlich gemacht. Wobei man zusammenfassend auch sagen muss, dass wir mit 2018 einen sehr guten aber keinen Jahrhundertjahrgang haben. Es wurden viele Weingüter, die mit Herzblut an ihren Weinen gearbeiteten haben ehrgeizig belohnt und das sind die Values aus Bordeaux. Trotz der harten und anstrengenden 3 Tage hier in Bordeaux bin ich froh, dies machen zu dürfen und ein Teil der Weinwelt zu sein. Zu sehen, dass hier Handwerk und Leidenschaft in Flaschen abgefüllt wird, ist einfach toll und muss unterstützt werden, entgegen jeglicher Industrialisierung auch im Getränkebereich. So muss Bordeaux verstanden und gelebt werden.

Vielen Dank!

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