90 Jahre Bührmann Weine - Eine Chronik

 

Die Gründerjahre

So mancher hat wohl den Kopf geschüttelt, als Wilhelm Bührmann 1927 in Duisburg-Beeck die erste Weinkellerei des Ruhrgebiets gründete – ausgerechnet in der bier­seligsten Region Deutschlands! Doch der 37-jährige Kaufmann und Weinliebhaber hat den richtigen Riecher: Seine guten Kontakte zu Winzern an Rhein und Mosel ermöglichen den erfolgreichen Geschäftsstart, und schon bald hat der tatkräftige Einzelunternehmer alle Hände voll damit zu tun, Weine aus sämtlichen deutschen An­baugebieten zu pflegen, abzufüllen und zu verkaufen. Trotz Weltwirtschaftskrise reift Bührmann Weine in den 1930ern rasch heran – weil alle mit anpacken. So liefert etwa auch Töchterchen Leni den einen oder anderen edlen Tropfen auf dem Schulweg bei guten Kunden ab. In den Familienbetrieb hineingeboren, übernimmt sie 1937 die Buchhaltung und lenkt später als Inhaberin für zwei Dekaden selbst die Geschicke des Unternehmens. Bis heute ist die „Seniorchefin“ Helene Kümper, geborene Bührmann, die gute Seele des mittlerweile größten Weinfachhandels in Nordrhein-Westfalen. 

  

Neustart mit einer Waggonladung Sekt 

Die Weichen für den Markterfolg des nun in dritter Ge­neration familiengeführten und seit 2002 in Moers an­sässigen Traditionsunternehmens aber hat ihr Vater in der Gründerzeit gestellt: So erwirbt Wilhelm Bührmann 1933 in seiner Heimatstadt ein lukratives Betriebsgrund­stück und kurbelt damit die Geschäfte an. Ebenso wie den ersten Firmenwagen, denn der hat freilich noch eine Anlasserkurbel. Die kleine Weinhandlung jedenfalls kommt durch seine findigen Ideen und seine große Ein­satzfreude immer besser in Schwung und übersteht trotz diverser Bombenschäden im 2. Weltkrieg auch die schwere Zeit der NS-Diktatur weitgehend unbehelligt. Doch 1944 muss auch Bührmann Weine zwischenzeitlich die Pforten schließen. Mit der Währungsreform von 1948 gelingt dann der Neu­start: Abermals rückt die Familie zusammen und investiert das gesamte „Kopfgeld“ – 40 Deutschmark pro Bürger – in eine ganze Waggonladung Henkell-Sekt. Und der große unternehmerische Mut wird belohnt: Der Sekt geht in der allgemeinen Aufbruchstimmung weg wie warme Semmeln – als Vorbote des Wirtschaftswunders ebnet dies für Bührmann Weine den Weg in die 1950er Jahre.

 

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 Stammhaus von 1933  Tochter Helene mit
ihrem Vater 1948
 Lagerraum von 1948

 

Das Wirtschaftswunder

Was Firmengründer Willhelm Bührmann seit 1927 mit großer Leidenschaft und harter Arbeit im Herzen Duisburgs aufgebaut hat, entwickelte sich in den Jahren des deutschen Wirtschaftswunders endgültig zur Erfolgsgeschichte. Zumal der Weinkenner die Zeichen der Zeit früh erkennt und Anfang der 1950er eine Kommanditgesellschaft gründet: Er holt seinen Schwiegersohn, den Diplom-Kaufmann Erich Kümper senior, sowie seinen Neffen Dieter Dahmen als Gesellschafter an Bord, macht seine Tochter Helene zur Komplementärin und stellt so die Weichen für die zügige wirtschaftliche Weiterfahrt des jetzigen NRW-Markt­führers. Leider jedoch erlebt Willhelm Bührmann nur noch die Geburt seines Enkels Erich Kümper junior im Jahr 1953, bevor er im darauffolgenden Jahr tragischerweise viel zu früh verstirbt. Aber sein Erbe ist in guten Händen: In mehreren Bauphasen gedeiht die kleine Weinhandlung zwischen 1954 und 1964 unter der neuen Führung zum leistungsstarken Weinfachhandel mit moderner Abfüllanlage, neuem Weinkeller und erweiterter Lagerkapazität – und wächst in knapp zehn Jahren auf über 600 Quadratmeter Geschäftsfläche heran.

 

Vom Kleintransporter zur Lkw-Flotte

Während Bührmann Weine bereits Mitte der 1950er über 5000 Rechnungen ausstellt, beliefern die Kleintransporter des Unternehmens vom ehemaligen Stammsitz in Duisburg-Beeck aus binnen weniger Jahre schon einen Großteil der damals rund 1.000 Gaststätten im ganzen Stadtgebiet. Ein lohnendes Geschäft auf kürzestem Weg. Denn seit jeher marktnah orientiert, wussten die Wein-Profis immer sehr genau, mit welchen guten Tropfen ihre gastronomische Kundschaft die Gläser der Gäste am liebsten füllt. Neben Wein aus deutschen Landen rücken so mehr und mehr Spirituosen ins Sortiment nach. Und das zahlt sich aus: Bald arbeiten zehn Angestellte und Auszubildende im einstigen Ein-Mann-Betrieb. Eine stetige Expansion, die bis heute ungebrochen ist. Seit 2002 auf dem vielfach größeren Firmenareal im Moerser Gewerbegebiet „Franz-Haniel-Straße“ beheimatet, versorgt eine ganze Lkw-Flotte die Kunden mittlerweile mit einer Angebotsvielfalt von mehr als 5.000 internationalen Weinen, Sekten, Champagnern, Grappas oder Whiskys. Landesweit. Und allein der 700 Quadratmeter große Weinmarkt für Privatkunden würde heute mühelos die gesamten Geschäftsräume der ausgehenden 1960er schlucken.

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 Fuhrpark 1962  Dieter Dahmen, Helene Bührmann, Erich Kümper jun., Leni und Erich Kümper sen.  Tank & Fasskeller 1958

 

Die Grenzen des Wachstums

Mit internationalen Importen, dem lukrativen Spirituosengroßhandel und einem sorgfältig ausgebauten Sortiment ist Bührmann Weine Anfang der 1990er Jahre zu einem überregional tätigen Unternehmen aufgestiegen. Weit mehr als eine halbe Million Flaschen guter Tropfen hat das Duisburger Familienunternehmen inzwischen auf Lager, und gegen Ende des Jahrzehnts werden bis zu 30.000 davon tagtäglich an Gastronomie oder kleinere Händler ausgeliefert. Kein Wunder, dass es da allmählich an Platz mangelt – sowohl im Lager als auch im Verkaufsmarkt. Und während die Anschaffung größerer Lkw eine vergleichsweise leichte Aufgabe ist, muss Inhaber Erich Kümper junior schon seine Wohnung im Dachgeschoss des angestammten Firmensitzes räumen, um so wenigstens 200 Quadratmeter zusätzlicher Büroräume aus dem Hut zu zaubern. Doch alle Um- und Ausbaumaßnahmen stoßen an ihre Grenzen, als die Stadt Duisburg 1995 die Genehmigung zur Errichtung einer neuen Lagerhalle verweigert. Schnell wird klar, dass nur ein Umzug an einen günstigeren Standort die nötige Luft zur Expansion verschafft.


 

Neue Kunden – neue Bedürfnisse

Allerdings verzögert sich der Verkauf der Beecker Betriebsstätte – und so kann Bührmann Weine erst 2002 das neue Moerser Firmenareal beziehen. Doch bis dahin gibt es noch allerhand zu tun: Um die Logistik zu verbessern, werden Rollcontainer angeschafft, die fortan das Beladen der Lkw-Flotte beschleunigen. Zudem übernimmt der heutige Vorzeige-Weinfachhandel eine Reihe kleinerer Betriebe – darunter den Moerser Gastronomielieferanten Oberheiden. Insgesamt werden so in ganz NRW viele neue Kunden gewonnen. Und die haben wiederum neue Bedürfnisse, weshalb das Sortiment auf mehr als 4.000 verschiedene Weine, Spirituosen und Erfrischungsgetränke ergänzt wird. Ein Selbstläufer ist diese Geschäftsentwicklung mit ihren zweistelligen Wachstumsraten indes nicht. Vielmehr gehört unternehmerischer Weitblick dazu, all dies adäquat zu steuern. Immerhin trägt Bührmann Weine rund 70 Jahre nach der Firmengründung die Verantwortung für 30 Mitarbeiter – nicht wenige davon „kaufmännische Eigengewächse“, die bereits seit ihrer Ausbildung zur Bührmann-Familie gehören. Da ist ständiges Vorwärtsdenken gefragt: Ganz folgerichtig richtet Bührmann Weine beispielsweise auch als einer der ersten Wettbewerber 1999 eine Internetpräsenz mit Bestellmöglichkeit ein.
  

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 Hans Kühn ( Prokurist ) Eintritt 1968  Frank Weirauch Lagerist Eintritt 1989  Die Bührmann-Flotte 1992

 

Stetiges Wachstum

Im Jubiläumsjahr 2007 blickt das Familienunternehmen Bührmann Weine auf eine bewegte 80-jährige Historie zurück, die geprägt ist von kontinuierlichem Wachstum, großer Kunden- und Marktnähe und der Bereitschaft aller Mitarbeiter, stets kräftig mit anzupacken. Bestes Beispiel dafür ist der Umzug des führenden Weinfachhandels in NRW im Jahr 2002: In einer logistischen Meisterleistung werden während des Osterwochenendes je 1.000 Paletten Wein und Spirituosen, die gesamte elektronische Infrastruktur und all der Rest von der Büroklammer bis hin zum Aktenschrank von Duisburg-Beeck an den neuen Standort im Moerser Gewerbegebiet „Franz-Haniel-Straße“ geschafft – ein gemeinschaftlicher Kraftakt binnen vier Tagen! Heute bieten die modernen Hochregale der 5.000 Quadratmeter umfassenden Lagerfläche Platz für bis zu 2,7 Millionen Flaschen. Und im 700 Quadratmeter großen, von Marktleiter Dirk Groß geführten Weinmarkt erwartet die Einzelhandelskunden eine landesweit konkurrenzlose Angebotsvielfalt edler Getränke in allen Preisklassen. Mehr als 3.000 verschiedene Weine aus aller Welt, rund 1.000 Whiskys und Liköre sowie Hunderte Champagner- und Sektsorten, Spirituosen und Szene-Getränke führt Bührmann Weine seit Mitte der 2000er Jahre in seinem umfangreichen Sortiment. 

 

60.000 Flaschen täglich

Um all dies im Tagesgeschäft logistisch und verwaltungstechnisch bewältigen zu können, investiert Inhaber Erich Kümper junior 2003 erneut in Highend-Technologien: Während die EDV-Landschaft auf Terminalserver und das leistungsstarke Linux-Betriebssystem umgestellt wird, erleichtert die innovative „Pick-by-Voice“-Logistiksoftware das Handling der ein- und ausgehenden Waren. Wurden in der Gründerzeit Flaschen teils noch einzeln ausgeliefert, so ermöglicht das computergesteuerte Lagerverwaltungssystem heute einen täglichen Versand von durchschnittlich 60.000 Flaschen an Gastronomie und Fachmärkte: Die zehn 12-Tonner und die zwei 40-Tonnen-Lastzüge der Lkw-Flotte sind dafür ständig in ganz NRW auf Achse. Firmengründer Wilhelm Bührmann wäre also rundum stolz auf seine allesamt der eigenen Familie entstammenden Nachfolger, die die einstmals kleine Weinhandlung aus Duisburg-Beeck zu einem marktführenden Unternehmen mit 50 Beschäftigten ausgebaut haben. Und da ein Jubiläum selten alleine kommt, feiern gleich vier davon parallel zum 80-jährigen Bestehen von Bührmann Weine ihre 10-jährige Mitarbeiterschaft. So manch anderer ist sogar schon viel länger im Team und trägt durch sein großes Know-how zum anhaltenden Erfolg bei: Bührmann Weine ist eben eine große Familie – und die halten ja bekanntlich immer zusammen wie Pech und Schwefel. 

 

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 Firmengelände Moers 2007  Hochregallager  Bührmann Flotte 2007

Die Gegenwart

Heute gehört das  Familienunternehmen Bührmann Weine zu den führenden Wein und Spirituosen Fachgroßhändlern in Deutschland. Durch die Fusion mit der Firma Diekmann in Zeiskam im Großraum Karlsruhe im Mai 2009 hat sich die Firma Bührmann Weine wieder einmal vergrößert, wenn nicht sogar verdoppelt. Die Lieferungen erfolgen nun auf nationaler Ebene mit der aus 25 LKW bestehenden eigenen Flotte. Lediglich ein kleiner Teil der Kunden wird noch von Vertragsspeditionen beliefert. Auch die Lagerkapazität mit rund 10000 qm und 5 Mio. Flaschen konnte mit dem zweiten Lager in Zeiskam verdoppelt werden, und stellt so eine zeitnahe und zuverlässige Belieferung  der Kunden sicher.

Auch die Bührmann Familie hat Zuwachs bekommen. An den Standorten Moers und Zeiskam sind Heute rund 80 Mitarbeiter beschäftigt, die sei es im Verkauf, im Einkauf, in der Logistik oder im Weinmarkt jeden Tag mit anpacken und Ihr Bestes geben, so wie einst Wilhelm Bührmann in seinem Ein-Mann-Betrieb.
 

Die Tradition geht weiter

Auch aus der Familie Kümper/ Bührmann kam Zuwachs in das Unternehmen. Seit Januar 2012 ist Erich und Karin Kümpers Tochter Julia Kümper als Key Account Managerin mit im Unternehmen tätig. Seit Anfang des Jahres 2013 gibt es wieder eine echte Bührmann im Unternehmen, denn Julia Kümper hat aus Verbundenheit zu Ihrer Großmutter und zum Unternehmen ihren Namen geändert, und heißt jetzt Julia Bührmann. Somit sind heute mit Leni Kümper, die immer noch mit Ihren 96 Jahren jeden Tag im Weinmarkt mit anpackt, mit Erich und Karin Kümper als Geschäftsführung  und Ihrer Tochter Julia Bührmann als Prokuristin und Sommelière, drei Generationen im Unternehmen vertreten.

 familiekuemper  lager-zeiskam  solar
Erich Kümper, Karin Kümper,
Julia Bührmann, Christian Nesbeda
Lager Zeiskam Photovoltaikanlage Moers
 

Willkommen in Bührmanns Welt der Weine, Spirituosen und Geschenke.
Unser Unternehmen Bührmann Weine wurde 1927 gegründet, ursprünglich mit der Maßgabe guten Wein von der Mosel zu bezahlbaren Preisen ins Ruhrgebiet zu bringen.
Unser Familiengeführtes Traditionsunternehmen ist mit mehr als 10000 qm Gesamtlagerkapazität in Nordrhein-Westfalen und Rheinlandpfalz, Hightech-Logistik, modernstem Qualitätsmanagement und eigener LKW Flotte einer der leistungsstärksten Weinhändler Deutschlands.

Heute gehört vor allem der Eigenimport aus allen bedeutenden Weinanbaugebieten der Welt zu unseren Spezialitäten.
Zu unserem Sortiment gehören nicht nur über 2500 Weiß-, Rot- und Roséweine  aus den unterschiedlichsten Rebsorten und in allen Preisklassen, sondern auch Sekt, Champagner, Prosecco und über 1500 Spirituosen vom Low-Cost bis zum Premiumprodukt.
Besonders Whisk(e)yfreunde kommen bei unserer riesigen Auswahl von über 250 Malt Whiskys garantiert auf Ihre Kosten.

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